Die AIDS-Studie im Detail

Die Heiler wurden nach strengen Kriterien ausgewählt; Voraussetzung zur Teilnahme an den Tests waren eine gute Reputation und Erfahrung mit AIDS-Patienten. Einige der Fernheiler sind selbst Mediziner und Psychologen, die in ihrer Praxis ihre offensichtlichen Heilfähigkeiten einsetzen, andere arbeiteten bereits mit Ärzten zusammen. Die beim Test eingesetzten Fernheil-Techniken präsentierten ein weites Spektrum des Heilens: Vom Gesundbeter (ein baptistischer Priester) über einen Qui-Gong-Meister bis hin zum Schamanen waren die unterschiedlichsten Traditionen des Geistheilens vertreten.

Obwohl die Ergebnisse durchaus aufsehenerregend sind, warnt Dr. Targ vor verfrühtem Enthusiasmus: "Einzelne Studien können einen Effekt nicht zwingend demonstrieren. Die beiden vorgestellten Studien repräsentieren lediglich die jüngste Arbeit in einem fast vierzigjährigen Prozeß der Entwicklung, Verfeinerung und Wiederholung von Studien zur Evaluierung von Fernheilversuchen. Beide Studien bestätigen genau wie die Mehrzahl anderer veröffentlichter Ergebnisse einen solchen Effekt. Diese Arbeit wirft aber noch viele Fragen auf, die Gegenstand weiterer Studien sein werden: Welche Heilungstechniken oder -einstellungen sind am hilfreichsten? Gibt es bestimmte Menschen, die eher in der Lage sind, Heilkräfte zu entwickeln als andere? Ist Fernheilung bei manchen Krankheiten effektiver? Welche Rolle spielt der Patient beim Heilprozeß? Wirkt Heilen additiv, d.h. lohnt es sich, Gebets- oder andere Fernheilgruppen zu organisieren? Gibt es gewisse biologische Pfade, die durch Heil-Anstrengungen besonders betroffen werden? Und als letztes natürlich: Wie funktioniert die Fernheilung?"